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Trotz zahlloser Arbeiten über das Papstwahldekret von 1059 ist dessen handschriftliche Überlieferung ungenügend erforscht. Diese Lücke will die vorliegende Arbeit schließen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Handschrift französischen Ursprungs in Bergamo, die das echte Papstwahldekret mitsamt den Unterschriften der Kardinäle und Bischöfe überliefert, die bisher nur aus der verfälschten Fassung bekannt waren. Daraus sowie aus unbeachtet gebliebenen Codices der verfälschten Fassung und anderen mit der Lateransynode zusammenhängenden Dokumenten ergibt sich, daß Hildebrand, der nachmalige Papst Gregor VII., das Papstwahldekret nicht unterschrieben hat. Die verbreiterte Handschriftenbasis macht eine Neubewertung der Zusammenhänge der Codices der verfälschten Fassung sowie ein näheres Eingehen auf Kurzformen beider Fassungen möglich. Einige nur in der Fälschung überlieferte Passagen des Dekrets werden als Zutat der Fälscher erwiesen und die Fragen nach Absicht und Entstehung der Verfälschung neu untersucht. Ein Textanhang bietet eine Neuedition des Papstwahldekrets in der echten und verfälschten Fassung sowie der bisher bekannten Kurzfassungen. Ein Register erschließt das Werk.