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Der Mythos vom göttlichen Kind findet sich wie der Schöpfungsmythos in allen Kulturen. Von Krishnas, Buddhas und Jesu Geburt wird wie auch von vielen anderen göttlichen Kindern in gleicher Weise erzählt. Aus uralter Zeit haben sich die Erzählungen bis in die heutigen Weltreligionen bewahrt, sind aber im Laufe der Zeit immer wieder verändert worden.
Wie interpretieren wir aus heutiger Sicht die mythischen Gestalten und ihre symbolische Bedeutung? Eine einfache Wahrheit erschließt sich: Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen und trägt eine ewige Sehnsucht nach einem erlösten, heilen Zustand in sich. Die Geschichten verkörpern die Suche nach dem göttlichen Funken im Menschen selbst, der jeden Einzelnen mit dem großen Ganzen verbinden kann.
Renate Günther, geboren 1949, Dr. phil., studierte Philosophie, Religions-, Literatur- und Gesellschaftswissenschaften in Frankfurt, ist freiberuflich tätig als Autorin, Dozentin und Lektorin und lebt in Hamburg.