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Das vielbeschworene Bild vom »finsteren Mittelalter« ist nicht zuletzt mit der Vorstellung verknüpft, dass diese Epoche von exzessiver Gewaltausübung geprägt war. Aus heutiger Sicht erscheint Gewalt dabei grundsätzlich negativ und problematisch: Sie muss gerechtfertigt und erklärt werden.
Die vorliegende Studie nimmt die mittelalterliche Perspektive in den Blick und fragt, wie Gewalt von Autoren des 14. und 15. Jahrhunderts beschrieben, gedeutet und interpretiert wurde. Am Beispiel des spätmittelalterlichen Frankreich wird aufgezeigt, welche Praktiken als akzeptiert oder tabu galten und mit welchen Darstellungsmustern gezielt Begeisterung oder Abscheu hervorgerufen werden konnte.
Dr. Christoph Mauntel arbeitet und forscht seit 2010 am Historischen Seminar der Universität Heidelberg und am Exzellenzcluster »Asien und Europa im globalen Kontext« zur mittelalterlichen Geschichte.