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Viele Menschen wenden sich von der Kirche ab, die Zahl der Gottesdienstbesucher sinkt und die der Kirchenaustritte steigt. Kirchliche Verlustangst sieht darin nichts anderes als einen Glaubens- und Gottesverlust. Ein differenzierter Blick jedoch zeigt: Menschen können in ihrem biografischen Lebenstext weiterhin nach Transzendenz suchen, auch wenn die Begriffe »Gott« und »Kirche« nicht explizit aufscheinen.
Stefan Knobloch plädiert eindringlich dafür, diese Suche ernst zu nehmen, ohne sie allerdings als dezidierte »Gott«suche zu vereinnahmen. Er zeigt damit Möglichkeiten auf für einen Prozess, an dessen Ende das Wort Jesu steht: »Du bist nicht weit vom Reich Gottes« (Mk 12,34).
Stefan Knobloch, Dr. theol., Kapuziner, ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz.