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Während der eineinhalb Jahrhunderte, die seiner Unterzeichnung im Oktober 1648 folgten, wurde der Westfälische Friede gepriesen und gewürdigt nicht nur als ein zentrales Verfassungsdokument des Alten Reiches, sondern auch als eine Art Fundamentalgesetz der europäischen Staatenwelt. Mit dem Ende des Ancien Régime verwandelte sich dieses Urteil in sein gerades Gegenteil, und die bisherige Hochschätzung wich dem Verdikt, der Verächtlichmachung und auch der politischen Instrumentalisation. Aber dies beantwortet noch nicht die Frage, ob der Westfälische Friede nicht objektiv in die Reihe der wichtigsten lieux de mémoire einzuordnen ist, die als Ereignisse, Personen oder Prozesse die Konturen Europas geschnitten haben. Die Studie versucht auf diese Frage eine Antwort zu geben.