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Klug und humorvoll fordert Paulus in neuen Briefen Papst Benedikt zu längst überfälligen Reformschritten auf. Wie gewohnt spricht er Klartext: »Du stehst für eine Kirche der Tradition, die nicht das Feuer des Anfangs voll Begeisterung brennen lässt, sondern die ängstlich und sich abkapselnd Asche bewahrt.« Unverblümt äußert er sich auch, wenn er den Vatikan auf einen wesentlichen Grund für die Schwierigkeiten anspricht, die die Kirche gegenwärtig hat.
»Die Menschen fühlen sich von Euch »Klerikern« nicht ernst genommen, bevormundet, in ihrer Freiheit eingeengt und an den Rand gedrängt. Und dort, wo man nicht mitentscheiden kann, zerfällt das Engagement, geht man schließlich in die innere Emigration oder verlässt die Kirche ganz, wie es in Deinem Heimatland ja viele tun.«
Paulus, geboren um 5 n. Chr. in Tarsus, gestorben 64 n. Chr. in Rom, sah sich in einem visionären Ereignis zum Apostel Jesu Christi berufen. Er hat entscheidend Anteil an der Verbreitung des christlichen Glaubens im Mittelmeerraum, nicht zuletzt durch seine zahlreichen Gemeindegründungen. Seine Briefe sind die ältesten Schriften des Neuen Testaments.