Maritimes Mittelalter

Meere als Kommunikationsräume
Vorträge und Forschungen, Band 83
Herausgegeben vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte
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Alle Beiträge sind mit englischen Zusammenfassungen am Ende des Textes versehen / with english summaries.

Maritime Wege als Kommunikationsräume sind in Deutschland für das Mittelalter noch zu entdecken. Die Geschichte der Meere wird im Hinblick auf das Mittelalter bisher meist als Geschichte von Spezialthemen (z.B.: Hanse; Wikinger) oder als Domäne besonderer Fachdisziplinen (Wirtschafts- bzw. Technikgeschichte) behandelt und wahrgenommen. Aus breiterer, komparatistischer Perspektive ist es allerdings angezeigt, das Meer nicht als Sondergebiet historischer Forschung, sondern als Teil der Erfahrungen und Vorstellungen der Menschen im mittelalterlichen Jahrtausend ernst zu nehmen. Die maritime Welt war keine separierte geographische Zone, sondern untrennbarer Bestandteil der mittelalterlichen Geschichte überhaupt. Der Band bietet mit Studien zu europäischen Binnengewässern (Nord- und Ostsee, Schwarzem Meer) und zu interkontinentalen Meeren (Mittelmeer, Atlantik und Indik) Wegweisendes aus mediävistischer, skandinavistischer, islamwissenschaftlicher und indologischer Perspektive. Die in den Beiträgen zum Ausdruck kommende Umkehrung der gebräuchlichen »terrestrischen« Perspektive trägt dazu bei, der Mittelalterforschung ungewohnte Einblicke zu öffnen.

Medieval studies in Germany have needed time to discover maritime connections as a field of historical research. To date, the history of seas and oceans in the Middle Ages has generally been reduced to that of specific aspects such as the German Hansa, the Vikings etc – or it has been relegated to certain sub-disciplines such as economic history. Seen from the perspective of comparative history however, it is imperative not to understand the sea as a detached field of historical research, but rather as an integral part of medieval people’s experiences and mind frames. As such, the maritime world was not a separated geographical zone, but rather inextricably interwoven into medieval history at such. This volume comprises articles on European seas (the North Sea, the Baltic, the Black Sea) as well as on intercontinental seascapes such as the Mediterranean, the Atlantic and the Indian Ocean. They present important new contributions from the perspective of Scandinavian, Islamic, Indian and Medieval Studies. This collection will point out new paths of research, not the least due to a change in perspective – from a terrestrial to a maritime point of view – that provides unusual insights.
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Auflage 1. Auflage 2016
Einband Leinenband mit Schutzumschlag
Ausstattung mit 22, z.T. farbigen Abbildungen
Seitenzahl 348
Format 17 x 24 cm
ISBN/EAN 978-3-7995-6883-8
VGP-Nr. 406883
Nikolas Jaspert (Hg.)

Prof. Dr. Nikolas Jaspert, geb. 1962 in Melbourne, Australien. Studium der Geschichte, Hispanistik, Kunstgeschichte und Anglistik in Berlin und Madrid. Promotion 1995 an der Freien Universität Berlin, dort von 1995 bis 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Wissenschaftlicher Assistent. Von 1998 bis 2005 Akademischer Rat/Oberrat an der Universität Erlangen-Nürnberg, von 2005 bis 2013 Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Ruhr-Universität Bochum. Seit Oktober 2013 Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg. Vorstandsmitglied des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte seit 2014. Seit 2013 Präsident der »Société Internationale des Historiens de la Méditerranée«. Mitherausgeber der »Zeitschrift für Historische Forschung«. Arbeitsschwerpunkte sind die mediterrane, insbesondere iberische Geschichte des Mittelalters, die Kreuzzüge, Ordensgeschichte, Ritterorden, sowie deutsch-iberische Beziehungen.

Michael Borgolte (Hg.)

Prof. Dr. Michael Borgolte (geb. 1948) ist seit 1991 Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte des Mittelalters I an der Humboldt-Universität zu Berlin, seit 2005/13 Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bzw. der Academia Europaea. Zur Zeit (2012–2017) ist er Leiter eines interkulturell-vergleichenden Projekts des European Research Council (bisher: »Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften«, 2 Bde., Berlin/Boston 2014/16). Seine Forschungsschwerpunkte der letzten Jahre sind europäische und globale Geschichte Europas im Mittelalter. Veröffentlichungen u. a.: »Christen, Juden, Muselmanen. Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n. Chr.«, München 2006; »Mittelalter in der größeren Welt. Essays zur Geschichtsschreibung und Beiträge zur Forschung«, Berlin 2014.

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