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Die Moderne gibt sich demonstrativ gottlos, wird aber Gott nicht los. Ihre Säkularität wird zunehmend sichtbar als eine Fiktion, die das, was sie entschieden ablehnt – das Verlangen nach dem Religiösen – gegenwärtig selbst hervorbringt. Wie ist Gott erfahr- und erkennbar innerhalb einer durch die Katastrophen der Geschichte gezeichneten Welt? Welche Aufgaben stellen sich den Theologinnen und Theologen und christlich Engagierten von heute? Zeitdiagnostisch nimmt sich Tiemo Rainer Peters den sich aufdrängenden Fragen an, denn selten war die Theologie subjektiv so verunsichert und objektiv so gefordert wie heute.
Publik-Forum, 20. November 2009 »Für Tiemo Peters liegt das Arbeitsfeld der Theologie inmitten der modernen, säkularisierten Welt von heute, also dort, wo Gegensätze ausgetragen werden. Peters lässt sich von Dietrich Bonhoeffer inspirieren und ist dem Denken von Johann Baptist Metz verbunden – »nicht aufgrund ihrer stimmigen Antworten, sondern wegen ihrer Fragen, Probleme und Ratlosigkeiten«. Peters’ Theologie geht in keinem System auf und beugt sich keiner Methode. Vielmehr entwickelt er theologische Kategorien wie die »Erinnerung« als eine rückwärtsgerichtete Hoffnung oder die »Mystik als Nachfolge Christi, die man nicht fassen kann, sondern eine Erfahrung ist, die man machen muss. Das »Umsonst des Sterbens Jesu« deutet Peters als Gnade, Naherwartung, ja als zugewendete Barmherzigkeit gegenüber dem Anderen. Peters’ neues Buch lässt den Leser fragend und manchmal irritiert zurück, es ist gleichwohl immer glaubwürdig und stets anregend.«
Tiemo Rainer Peters OP, Dr. theol. (1938–2017), lehrte von 1979–2004 als Akademischer Rat Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2014 verlieh ihm der Dominikanerorden in Anerkennung seiner theologischen Lebensleistung den Titel »Magister in Sacra Theologia«.