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Die Ausgrabungen in der St. Galler Kathedrale (1963–1967) haben die verbreitete Vorstellung des sog. St. Galler Klosterplanes als Projekt für das Münster des Abtes Gozbert (816–837) grundlegend verändert; der Gozbertbau entspricht anders ausgerichteten Vorbildern und nimmt Elemente auf, die bereits im Vorgängerbau des 8. Jahrhunderts verwirklicht sind: Nach Verbannung, Tod und Rückführung des Gründerabts Otmar um 769 wird aus der einfachen Klosterkirche an der Steinach (Maria/ Gallus I) eine Wallfahrtskirche mit Krypta (Maria/ Gallus II). Die beiden Heiligengräber von Gallus und Otmar bestimmen fortan und bis zum Neubau im 18. Jahrhundert die Geschichte der St. Galler Sakralbauten.
Grabungsbefunde unter Einbindung historischer Quellen führen zu einem erweiterten Verständnis von Grab- und Memorialkirchen, Krypten und dem Monumentalbau des Abtes Gozbert. Die Ausgrabungen ergeben im Weiteren Aufschlüsse zum Umfeld der Klosterkirche, so zu den das Münster dicht umstehenden Kapellen und Türmen (»Schulturm«, Hartmutturm, Saxturm) und ermöglichen neue Deutungen. Die steingerechte Aufnahme der Kirchen-Südwand, in Etappen während der Grabung erstellt, gibt Einblick in die Geschichte des gotischen Kreuzgangs mit der Grabanlage des herausragenden Abtes Ulrich Rösch (1463–1491).
Mit der Auswertung der Grabungsbefunde von 1963–1967 erscheint nicht nur die Entwicklung der Klosterkirche und ihrer Annexbauten unter neuem Licht, sondern auch die Kirche auf dem St. Galler Klosterplan; ihr gilt abschliessend eine Skizze.
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Auflage
1. Auflage 2026
Einband
Hardcover
Ausstattung
Mit zahlreichen, teilweise farbigen Abbildungen und vier ausklappbaren Plänen in sw
Hans Rudolf Sennhauser, geb. 1931, 1951–64 Studium der Kunstgeschichte, allgemeinen Geschichte, historischen Hilfswissenschaften und Archäologie an den Universitäten Zürich, München und Basel; 1964 Promotion in Basel, 1967 Habilitation ebenda. 1971 Assistenzprofessor an der Universität Zürich, 1980 Extraordinarius ad personam, 1985–96 Ordinarius ad personam für Kunstgeschichte des Mittelalters, Archäologie der frühchristlichen, hoch- und spätmittelalterlichen Zeit, zugleich 1980–96 Prof. an der ETH für Denkmalpflege, insbesondere Archäologie; außerdem fallweise als Bundesexperte für Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in Denkmalpflegeobjekten tätig; 1965–96 als Mittelalter-Archäologe Mitglied bzw. Korr. Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, hierbei wurden von ihm Kirchengrabungen wie Basel-Münster, ehem. Klosterkirche St. Gallen, Müstair, Disentis u.a. initiiert und durchgeführt; 1972–81 Vizepräsident und Präsident der wissenschaftlichen Kommission der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.
Dr. phil. Kathrin Roth-Rubi: * 1946, von Burgdorf und Berken.
Studium 1965–1976 in Bern, im Hauptfach Klassische Archäologie (H. Jucker) in Verbindung mit Provinzialrömischer Archäologie (E. Ettlinger). Studienaufenthalte in Rom
1983–2007 Lehrbeauftragte der Uni Zürich, Seminar für Ur- und Frühgeschichte. Zusätzlich 1992–1996 Lehrbeauftragte der Uni Zürich, Lehrstuhl für Mittelalterarchäologie
1990–1994 Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft für die provinzialrömische Forschung in der Schweiz
1990–2002 Mitglied der wissenschaftlichen Kommission der Schweiz. Ges. für Ur- und Frühgeschichte
Seit 1999 Mitarbeit im Büro Sennhauser, Zurzach
2005–2007 Nationalfondsprojekt »Archäologie und Kunstgeschichte des Klosters St. Johann in Müstair. Auswertung: Marmorskulptur«. Seither Weiterführung des Projektes in Zusammenarbeit mit HR. Sennhauser.
Verschiedene Forschungsaufträge im Rahmen des Schweiz. Nationalfonds, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Institut für Kulturgeschichte der Antike (Forschungen in Ephesos), und Mandate von Kantonsarchäologien der Schweiz. Forschungsschwerpunkte: Frühe Kaiserzeit und Spätantike / Übergang zum Mittelalter.