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Die monumentale Gruppe des hl. Georg, der den Drachen bekämpft, in der Stockholmer Nikolaikirche gehört zu den berühmtesten Werken spätgotischer Skulptur. Einzigartig ist die Mischung aus höfischer Stilisierung und naturalistischpräziser Beobachtung bis hin zur Verwendung natürlicher Materialien. Die deutsche Kunstgeschichte hat das Werk für den Lübecker Kunstkreis vereinnahmt und dem dort tätigen Meister Bernd Notke zugeschrieben. Obwohl die Quellen berichten, der Georg sei von einem Antwerpener Meister gefertigt, der dafür nach Stockholm kam, wurde die Zuschreibung nie hinterfragt. Der Restaurator und Kunsthistoriker Peter Tångeberg, geb. 1942, einer der besten Kenner nord- und westeuropäischer Skulptur des Mittelalters, unternimmt eine grundlegend neue Einordnung des Stockholmer Georgs in die Kunst des ausgehenden Mittelalters. Aufgrund motivischer, technischer und stilistischer Beobachtungen erweist sich die Figurengruppe als Hauptwerk eines niederländischen Künstlers, wie es so in den Benelux-Ländern aufgrund des hohen Zerstörungsgrades mittelalterlicher Kunst, aber auch in den benachbarten Ländern nirgends erhalten ist.