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Erst seit wenigen Jahrzehnten findet die Johannesoffenbarung ein nennenswertes Interesse der Theologie. In diesem Buch befasst sich Otto Böcher mit der bis heute ungebrochenen Wirkungsgeschichte der Johannesapokalypse: dem Fortleben ihrer Bilder und Strukturen in Architektur und Ausstattung der Kirchengebäude und zeigt, wie das unter Rückgriff auf die apokalyptischen Visionen gebaute Gotteshaus als Ort gegenwärtigen Heils verstanden wird.
Die 22 Kapitel der Johannesoffenbarung werden im Wortlaut mitgeteilt und in ihrer ursprünglichen Bedeutung kurz erklärt. Ausgewählte Beispiele aus Architektur und Kunstgeschichte, die auf Bilder und Visionen der Offenbarung zurückgehen, werden jeweils im Anschluss vorgestellt, teilweise abgebildet. Der Bogen spannt sich von den sieben Leuchtern bzw. vom siebenarmigen Leuchter (Offb 1) über die vier Evangelistensymbole (Offb 4), über Marienvorstellungen (Offb 12) und über die zwölf Edelsteine der Vasasacra (Offb 21) bis zu Taufsteinen und Jesse Bäumen (Offb 22).
Erstmals wird die prinzipielle Rolle der Apokalypse als »Baubuch« deutlich.
Otto Böcher, geboren 1935, Dr. theol., Dr. phil., evangelischer Theologe und Kunsthistoriker, ist emeritierter Professor für Neues Testament an der EvangelischTheologischen Fakultät der Universität Mainz.